Über Uns

Sandra Silbernagel, Künstlerin, und Maria Galen, Kunsthändlerin, haben während der Skulptur Projekte 2017 viele Freunde zu Gast gehabt und ihnen einige Objekte vorgestellt. Bei jeder ihrer Touren war der Brunnen von Nicole Eisenman dabei. Bei Wind und Wetter erlebten die beiden das Kunstwerk und waren fasziniert davon, wie sich das Material und damit die Wirkung des Kunstwerks wandelte, wie belebt der Platz an der Promenade/ Kreuzschanze war und wie kontrovers hier diskutiert wurde. Es spielten Kinder, es wurde Geburtstag gefeiert oder ein Heiratsantrag gestellt - leider wurde das Werk aber auch nicht nur positiv gesehen und erlitt mehrfach schwere Zerstörungen. Der friedvolle, positive Geist der Arbeit gefiel offenbar nicht jedem.

 

Bei einer spontanen Besichtigung des Brunnens kamen Sandra Silbernagel und Maria Galen mit einigen Kunstfreunden ins Gespräch und es entwickelte sich die Idee "Wir erhalten dieses Werk!". 

Von da an ging alles sehr schnell... über viele Ecken kamen sie mit Kasper König und den Kuratorinnen der Skulptur Projekte ins Gespräch und hatten direkten Austausch mit der Künstlerin, die begeistert von der Idee ist. Es wurde schnell klar, dass eine einfache Bürgerinitiative nicht ausreicht für dieses Vorhaben und daher wurden Anträge für einen gemeinnützigen Verein gestellt. Seit November gibt es nun auch offiziell den Verein "Dein Brunnen für Münster e.V.".

 

Nicole Eisenman war im November 2017 in Münster, um Details der Planungen zu besprechen und alle Möglichkeiten zu diskutieren. Seitdem ist der Verein im ständigen Austausch mit der Künstlerin.  

Über das kunstwerk

Hier ein wunderbares Video zur Entstehung dieses Werkes:

The Aspen Art Museum presents: "Artist Talk"   with Nicole Eisenman

 

Nicole Eisenman ist eine renommierte amerikanische Künstlerin, die durch ihre Malerei, Gemälde und Zeichnungen, internationale Anerkennung erfahren hat. In ihrem Werk greift sie auf eine Palette an Stilen und Bildsprachen zurück, die von Renaissancemalerei bis zur Moderne reicht, und verknüpft sie mit Alltagsbeobachtungen und Referenzen aus Popkultur und Pornographie. Beziehungen, Rollenklischees, Körper und Sexualität in ihren figurativen, melancholisch grundierten Bildern spielen eine zentrale Bedeutung. Seit 2012 bedient sich Eisenman darüber hinaus vermehrt des Mediums Skulptur. 

 

In Münster setzte sie sich erstmals mit Skulptur in Zusammenhang mit einem Brunnen auseinander und schuf Bronze- und Gipsfiguren, die in einem spannungsvollen Ensemble um ein Bassin gruppiert wurden. Die überlebensgroßen Figuren sind weder eindeutig Mann noch Frau, sie sind geschlechtslos und nackt. Aus drei Körpern rinnt Wasser, während kleinteilig modellierter Pilzbewuchs zu Füßen einer Figur sprießt. Wie der Farbauftrag in Eisenmans Bildern variiert die Oberflächengestaltung der Figuren. Mit der Brunnengestaltung interpretiert die Künstlerin eines der ältesten Themen von Kunst im öffentlichen Raum neu. Brunnen sind seit der Antike durch Künstler gestaltet worden und entwickelten sich zu Treffpunkten der Bürger bzw. nahmen teilweise wichtige Bedeutung im Stadtbild und der Stadtgesellschaft ein. Eisenman setzt sich mit der kunsthistorischen Tradition auseinander und lässt das Wasser aus verschiedenen Körperteilen sprenkeln. Bewusst entwickelt sie einen Brunnen für unsere Zeit, der sich nicht um ästhetische oder gesellschaftliche Normen schert.

 

 

Uta Ramme, Maria Galen, Nicole Eisenman, Sandra Silbernagel